Die Lizenz des Wirkstoffs Erso, der von der Firma Bayer AG 2020 erworben wurde, ist noch immer in der Erforschung. Viele Brustkrebs-Patienten warten aber bereits verzweifelt auf die Zulassung. Wie weit ist die Forschung tatsächlich?
Ein Medikament gegen Krebs
Die amerikanischen Wissenschaftler Paul Hergenrother und David Shapiro von der University of Illinois haben ein Medikament entwickelt, das in Tierversuchen beeindruckende Ergebnisse bei der Bruskrebsbehandlung zeigte.
Das Medikamt mit dem Namen „Erso“ wurde an Mäusen, Ratten und Hunden, die an Brustkrebs erkrankt waren, eingesetzt.
Innerhalb weniger Tage waren die Tumore verschwunden und kamen auch innerhalb von 4 Monaten nicht zurück.
Wie funktioniert dieser Wirkstoff?
Bei dem Wirkstoff Erso handelt es sich um ein Molekül, das an den Östrogen-Rezeptoren der Krebszellen wirkt. Erso hemmt oder stoppt die Hormonproduktion nicht.
Dadurch wächst die Krebszelle im Normalfall.
Die Forscher gaben den Versuchstieren aber eine sehr große Dosis, so dass das Gegenteil passierte: Die Krebszelle wurde überreizt und starb ab.
Wer entscheidet über die weitere Entwicklung?
Das Pharmaunternehmen Bayer AG ließ sich Erso bereits vergangenes Jahr lizenzieren.
Ob und wenn ja wann es auf den Markt kommt, ist aber noch ungewiss. Schließlich befindet sich das Medikament noch in einer sehr frühen Testphase.
Die Zeit drängt!
Da sehr viele Brustkrebs-Betroffene aber keine Zeit mehr haben zu warten, habe ich eine Anfrage an die Firma Bayer AG geschrieben in der Hoffnung, genauere Informationen zu erhalten.
Meine Anfrage an Bayer AG:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr aufmerksam verfolge ich den Weg des Wirkstoffs Erso.
Könnten Sie mir bitten den aktuellen Stand der Forschung/Entwicklung mitteilen?
Ist eine klinische Studie an Menschen bereits geplant oder wird diese bereits durchgeführt?
Ist es möglich, sich als Testperson anzubieten?
Viele meiner Leser/innen interessieren sich für diesen Wirkstoff, wie Sie es sich sicher vorstellen können.
Und bei sehr vielen Menschen drängt die Zeit.
Ich würde mich über eine kurze Rückmeldung sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Yasmin Ponader
www.gesund-gegen-brustkrebs.de“
Gab es eine Antwort von Bayer?
Leider immer noch nicht.
Ich bin schon sehr enttäuscht. Aber ich versuche es weiter. Telefonisch ist leider auch nichts zu erreichen.
Vielleicht sollte jeder von euch mal eine Anfrage schicken. Irgendwann müssen sie reagieren!
Ganz liebe Grüße
Yasmin
Hallo, gab es inzwischen eine Antwort?
Hallo Bente,
ich habe tatsächlich eine Antwort bekommen. Bzw. eine eifrige Leserin hat ebenfalls bei Bayer nachgefragt und hat die Antwort bekommen. Diese hat sie mir zur Verfügung gestellt.
Die Forschungen wurden eingestellt.
Begründung :“Nach ausführlicher Prüfung der Ergebnisse der präklinischen Studien wurde beschlossen, die Entwicklungsaktivitäten zu ERSO einzustellen.“
Ich werde heute oder in den nächsten Tagen eine Beitrag dazu schreiben, damit alle über diese leider sehr traurige Entwicklung informiert werden.
Wann ist ERSO zu kaufen oder klinisch anzuwenden? Ich, mit östrogenpositivem Brustkrebs würde gerne an der Studie teilnehmen. Oder wurde das Medikamt von der Fa. Bayer aufgekauft, um die weniger wirksamen, aber wirtschaftlich interessanteren Therapien nicht zu eliminieren. Menschenleben zählt nichts, nur der Profit.
Liebe Angelika,
es gibt leider keine weiteren Informationen bezüglich ERSO mehr. Meine Recherchen verlaufen im Sande und ich erhalten keine Antworten mehr. Angeblich ist ERSO wieder weiterverkauft worden. An den neuen Inhaber wurde ebenfalls schon geschrieben, aber wie ich aus den Schriften entnehme, ist da auch noch keine Antwort zurück gekommen.
Ich bleibe aber weiter am Ball und werde sofort informieren, wenn ich weitere Informationen habe.
Übrigens, ich habe schon gehört, dass es auf Facebook eine Gruppe gibt, die sich über ERSO austauscht. Vielleicht kannst du diese finden und dich da anschließen.
Ganz liebe Grüße und dir ganz viel Glück
Yasmin
Auch ich habe an Bayer geschrieben und die gleiche Antwort erhalten. Bayer schrieb, dass sie die Lizenz an Systems Oncology zurück gegeben haben. Ich werde die Herren Shapiro und Hergenrother mal anschreiben und mich erkundigen, ob in den USA die Weiterentwicklung des Wirkstoffes stattfindet. Wir Krebskranken sollten das nicht einfach so hinnehmen, dass die Pharmaindustrie die Entwicklung vielversprechender und nebenwirkungsarmer Medikamente einfach so in der Versenkung verschwinden lässt. Vermutlich aus Angst, die hohen Gewinne aus Chemotherapie und Co. fallen weg! Man kann hernehmen was man will, alle Medikamente und Behandlungen haben teilweise schlimme Nebenwirkungen( siehe Chemotherapie, Bestrahlung, Bisphosphonate, Denosumab usw.). Es wird endlich Zeit, dass eine neue Therapie kommt, nicht nur das Zeug, was seit teilweise über 30 Jahren angewendet wird. Dafür sollten endlich alle betroffenen Frauen aufstehen! Nur dann bewegt sich was!
Das sehe ich genau so!! Wie kommst du denn an die Kontaktadresse der Herrschaften in den USA? Würde mich auch sehr interessieren die Antwort
Liebe Grüße Nica
Hat es diesbezüglich eine Antwort von Herrn Shapiro gegeben?
Mit freundlichen Grüßen Momi
Hallo, ich habe mit größtem Interesse deinen Bericht gelesen und gehe mit dir komplett einer Meinung. Auch ich konnte nichts in Erfahrung bringen was den aktuellen Stand anbelangt. Gibt es zwischenzeitlich Neuigkeiten in Bezug auf die Lizenz?