Was unterscheidet eine pflanzenbasierte Ernährung von der veganen Ernährung? Auf den ersten Bick eigentlich nichts. Pflanzlich ist vegan – aber vegan ist nicht immer pflanzlich, und vor allem nicht immer gesund.
Als ich angefangen habe, mich mit der pflanzenbasierten Ernährung auseinander zu setzen ist mir schnell klar geworden, wie groß hier der Unterschied lieg.
Ich hatte mir vorgenommen, vegan, gesund, zuckerfrei und pflanzenbasiert zu leben. Alleine „vegan“ hat mir nicht gereicht. Es gibt mittlerweile so viele Produkte im Supermarkt, die marketingstrategisch als „vegan“ verkauft werden, aber diese sind noch lange nicht gesund.
Fertig gekaufter Hummus ist bestimmt vegan, aber gesünder ist der, den man selbst macht. Vegane Fertigprodukte (sogar vegane Pizza), vegane Desserts, veganer Wurst- und Käseersatz, alles industriell hergestellt. Dazu mit viel Zucker oder Zuckerersatzstoffen. Das alles sollte bei mir nicht auf den Tisch kommen.
Mein Körper verlangte nach dem gesunden, ursprünglichen Essen. Unbehandelt und biologisch angebaut.
Die Gerson-Diät als Ideengeber
Diese Erkenntnis kam mir, als ich das Buch von Dr. Gerson „Das große Gerson Buch“ gelesen hatte. Dr. Gerson hat seine Patienten, viele von der Schulmedizin aufgegeben, durch gesunde Nahrungsmittel wieder heilen können. Ich musste Gott sei Dank den Weg dieser strengen Diät nicht selber gehen, aber ich habe erkannt, wie wichtig es ist, dass die Lebensmittel von hervorragender Qualität und vor allem unbehandelt sind.
Was eben heißt, dass ich alle Lebensmittel frisch gekauft habe, am besten bei umliegenden Demeter-Bauernhöfen und diese dann selbst zubereitet habe.
Ein zubereitetes veganes Lebensmittel habe ich strikt verweigert. Zucker ganz weggelassen, denn Krebs ernährt sich von Zucker (davon später mehr), Alkohol und Kaffee (ebenfalls vegan!) von meinem Speiseplan gestrichen und versucht, so viele Nährstoffe wie möglich in meinem Körper zu befördern.
Smoothies helfen, um noch fehlende Nährstoffe zuzuführen
Wenn ich es nicht geschafft hatte, durch meine Mahlzeiten mein Bedarf an Nährstoffen zu decken, habe ich mir noch zusätzlich Smoothies gemixt oder Säfte gepresst.
Ich hatte so viel gegessen, dass ich teilweise vor Sattheit keinen Schluck mehr runter bekommen hatte. Aber ich wusste, es tut meinem Körper gut und es hilft mir, meinen Krebs zu vertreiben. Und so habe ich es dann doch noch getrunken.
Zur großen Überraschung verlor ich dann trotzdem noch Pfunde, die früher hartnäckig an mir geklebt sind. Aber Achtung, nicht zu früh freuen. Sobald sich der Körper an diese Art der Ernährung gewöhnt, kann er auch mit solchen Kalorien wieder an Gewicht zulegen. Das habe ich nach 3 Jahren auch bemerkt. Mein Gewicht ähnelt wieder dem der Ausgangssituation, obwohl ich noch immer streng auf meine Ernährung achte.
Wenn ihr eure Ernährung umstellt, dann achtet auf eine pflanzenbasierte, gesunde Ernährung und nicht auf eine vegane. Euer Körper wird es euch danken.
Lieben Dank für deine sehr informative Beiträge!
Ich kann mir viel herausziehen.
Allerdings stolpere ich über zweierlei Dinge: Zuckerfrei! War auch mein aller erster Gedanke nach der Diagnose. Aber Zucker sind in erster Linie KH, und die nimmst du ja weiterhin über Getreide/Kartoffeln ect zu dir.
Ist das nicht inkonsequent?
Ich stolpere auch bei dem Beitrag mit dem tierischen Eiweiß. Unser Immunsystem besteht nahezu komplett aus Eiweißen. Und gerade als kranker Mensch, hat man hier fast immer ziemliche Mängel.
Dieses runterzuschrauben kann in meinen Augen nicht ratsam sein.
I
Hallo Lena,
ich finde es auch immer wieder verwirrend, dass sich einige Aussagen tatsächlich aufheben oder nicht stimmig zueinander passen. Ich habe über diese zwei Fragen auch sehr lange recherchiert.
1) Zuckerfrei: Ja, Kohlenhydrate werden tatsächlich in unserem Körper zu Glucose (Zucker) umgewandelt. Allerdings ist es wichtig, dass der Zucker sehr langsam umgewandelt wird, damit der Insulinspiegel nicht in die Höhe schießt. Das erreicht man mit „gesundem“ Zucker der in Vollkornprodukte oder Obst und Gemüse enthalten ist (Mehrfachzucker). Einfachzucker wie weißer Haushaltszucker oder Weißmehl wird sehr schnell in Glucose umgewandelt und lässt den Insulinspiegel in die Höhe schnellen. Aber tatsächlich sollte man nicht übermäßig sehr süßes Obst essen, da am Schluss tatsächlich dadurch auch Zucker im Körper entsteht.
Allerdings haben diese Lebensmittel auch noch sehr viele andere gute Eigenschaften, die man einfach immer mit berücksichtigen muss. Die Wissenschaft betrachtet oft einen Inhaltsstoff separiert von allen anderen. Und gerade bei gesunden Lebensmitteln wirken alle Inhaltsstoffe zusammen. Mein Papa hat gerade Bauchkrebs und ernährt sich größtenteils vegan und zuckerfrei (Einfachzucker), trinkt aber sehr gerne Gemüsesäfte und isst gerne Obst und Vollkornprodukte. Und es geht ihm bisher gut, ich hoffe, es bleibt so.
2) Tierisches Eiweiß: Unser Körper braucht Eiweiß, da hast du vollkommen recht. Und ein Eiweißverzicht wäre gerade bei Kranken (übrigens auch bei Gesunden) sehr schädlich. Daher gehe ich nicht den Weg, auf Eiweiß zu verzichten, sondern ich verzichte auf tierisches Eiweiß und ersetze es durch pflanzliches Eiweiß. Lies dazu mal das Buch „The China Study“. Da kommt der Unterschied sehr gut raus.